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Branchendialog zu Cyber Security an Bord

 

Es ist eine erschreckende Zahl: 360.000 Cyberangriffe werden mittlerweile täglich weltweit gemeldet. Anlass genug für das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN), das Thema auf einer Veranstaltung unter der Überschrift „Cyber Security an Bord – quo vadis?“ zu diskutieren – mit dem Ziel, „voneinander zu lernen“, wie Andreas Born, Leiter der Bremer MCN-Geschäftsstelle in seiner Begrüßungsrede im Hamburger Internationalen Maritimen Museum betonte.

Denn dass auch die maritime Branche im Fadenkreuz der Cyberkriminellen steht, ist spätestens seit 2017 klar, als ein Angriff aus dem Internet die komplette Flotte einer dänischen Großreederei lahmlegte und so einen Schaden in dreistelliger Euro-Millionenhöhe verursachte.

„Das Zeitalter der Schutzgelderpressung ist wieder da“, eröffnete Thorben Lorenzen von Securepoint seine Keynote Speech vor rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Hamburger Maritimen Museum. Anders als früher schlügen die Angreifer nun aber aus dem virtuellen Raum des Internets zu. „Es sind nicht nur die großen Konzerne betroffen“, warnte Lorenzen sein überwiegend mittelständisches Publikum. Cyberkriminalität sei heute ein Millionengeschäft mit vergleichsweise wenig Aufwand und geringem Entdeckungsrisiko für die Täter. Das Handwerkszeug für einen Cyberangriff sei im Darknet für wenig Geld oder sogar gegen Gewinnbeteiligung zu kaufen, berichtete der Experte. Hundertprozentige Sicherheit vor Cyberangriffen gebe es zwar nicht, doch könnten sich Unternehmen durchaus schützen. Alle technischen Vorkehrungen nützen allerdings nichts, „wenn die Awareness für die Risiken nicht auf allen Ebenen vorhanden ist“. Diese im Unternehmen herzustellen, sei Aufgabe des Top-Managements.

Wie Reedereien sich und ihre Schiffe ganz konkret auf Cyberrisiken vorbereiten, berichteten Tobias Landwehr von Auerbach Schifffahrt und Lars Bremer von Carl Büttner Shipmanagement. „Für uns steht auch im Vordergrund, wie wir im Falle eines Angriffs ohne Unterbrechung weiterarbeiten können“, sagte Bremer zum Thema IT-Resilienz. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft beleuchteten Hans-Christoph Enge von Lampe & Schwartze und Jens M. Priess von Skuld Germany neue Fragestellungen, Lösungen und Angebote im Lichte der Cyberkriminalität. Den rechtlichen Rahmen, in dem Reedereien sich im Umfeld von Cyberkriminalität bewegen, hatte zuvor Dr. Jan Backhaus von Corvel LLP skizziert. Die Bedeutung von Safety Management Systemen im Kampf gegen Cyberangriffe betonte Svante Einarsson von DNV GL.

Die anschließende Podiumsdiskussion, die von Hansa-Chefredakteur Krischan Förster moderiert wurde, brachte viel Zuspruch für die von Frank Jungmann von German Tanker Shipping moderierte Veranstaltung und die Aufforderung, den Branchendialog fortzuführen und zu intensivieren. „Dies ist eine der wenigen Veranstaltungen, in denen wir uns über alle Gewerke hinweg austauschen“, lobte Lars Bremer von Büttner. „Wir müssen voneinander lernen und uns gegenseitig informieren, wenn wir angegriffen werden“, forderte Tobias Landwehr von Auerbach. Dazu passt, dass in der Schlussrunde Themen abgefragt wurden, von denen die relevantesten nun identifiziert und in geschützten Projekträumen vertieft werden sollen.

Das abschließende Get-together bot die Möglichkeit zu weiterem Austausch von Informationen und gegenseitigem Kennenlernen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Mini-Messe, in der die Unternehmen CycleSEC, Fleet99, Tenzir und Waterway IT Solutions ihre Produkte und Dienstleistungen präsentierten.

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Posted by on 20. Juni 2019.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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