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\“Bildung neu denken\“ – 500 Experten diskutierten in Köln über didaktische Konzepte für digitales Lernen

Bei der Umsetzung des Digitalpakts für die Schulen
können Bund und Länder auf didaktische Konzepte von
Bildungspraktikern aus ganz Deutschland bauen. Das wurde auf der
Fachtagung \“Perspektive Begabung\“ (#pb18) in Köln deutlich, wie das
bundesweite Talentförderzentrum Bildung & Begabung am Dienstag
mitteilte. Über 500 Bildungsexperten kamen zum Spitzentreffen der
Talentförderer, das in diesem Jahr den Titel \“Smart – Fördern in der
digitalen Welt\“ trug. Bildung & Begabung richtete die jährliche
Fachtagung bereits zum siebten Mal aus.

Der Bund will fünf Milliarden Euro für die digitale Ausstattung
der Schulen bereitstellen, davon 3,5 Milliarden in dieser
Legislaturperiode. Die Länder sind zusätzlich zuständig für
Investitionen in die Lehrerausbildung und die Fortbildung.
Wissenschaftler, Lehrkräfte, Trainer und andere Experten sprachen auf
der Fachtagung #pb18 über neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur
digitalen Didaktik und gaben Best-Practice-Einblicke.

\“Wir müssen Bildung neu denken. Kreativität und Selbständigkeit
werden künftig einen deutlich höheren Wert haben\“, sagte der
Digitalexperte Karl-Heinz Land voraus. Durch den digitalen Wandel
werde in den kommenden Jahren jeder zweite Job wegfallen. Darauf sei
das Bildungssystem bislang nur unzureichend vorbereitet. \“Ich bin
immer wieder erschrocken, wenn ich in die Klassenzimmer komme. Sie
sehen genauso aus wie früher\“, sagte Land in seinem Vortrag.

\“Lernen und Lehren werden sich sehr grundlegend verändern\“, sagte
auch Bildung & Begabung-Geschäftsführerin Elke Völmicke. Der
Digitalpakt von Bund und Ländern erfordere didaktische Konzepte für
eine zeitgemäße Bildung. \“Viele haben bemängelt, es gäbe diese
Konzepte gar nicht. Wer aber genau hinsieht, der merkt schnell: das
stimmt so nicht.\“ In zahlreichen Schulen und anderen Lernorten hätten
Bildungspraktiker bereits didaktische Konzepte mit digitalen Tools
erprobt.

Der medienpädagogische Berater des niedersächsischen
Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung und Lehrer an der
Waldschule Hatten, Andreas Hofmann, berichtete von seinen
Erfahrungen: \“Meine Gehversuche mit digitaler Technik haben neue
Perspektiven erbracht, so dass sich der Unterricht veränderte. Den
Prozess, den ich zunächst alleine durchlief, den macht jetzt meine
Schule durch. Das ist Schulentwicklung.\“ Hofmann bekräftigte zugleich
seine Absage an den Frontalunterricht: \“Ich will nicht mehr der Mann
da vorne sein.\“ Eben das finde er übrigens auch im Netz:
\“Youtube-Stars, die uns Lehrer ersetzen wollen, da kriege ich
Gänsehaut. Der gleiche Frontalunterricht, den wir hassen, nur in
anderer Fassade.\“

Defizite bei der Lehrerbildung

Christian Rietz, Professor für Erziehungswissenschaften an der
Pädagogischen Hochschule Heidelberg, zeichnete auf der Tagung ein
\“deprimierendes\“ Bild der Lehrerbildung. \“Die jungen Lehrer kennen
sich mit digitalen Plattformen nicht aus. Die Lehrerbildung ist kein
gutes Vorzeichen, was die Digitalisierung betrifft.\“ Viele
Referendare hätten keine Lust, sich damit zu beschäftigen.
Medienpädagoge Hofmann bestätigte diesen Eindruck: \“Bei uns waren
jahrelang die jungen Kolleginnen und Kollegen die größte Handbremse.\“

Wie gelingt zeitgemäße Bildung in der digitalen Welt? Gehört Coden
wirklich in den Unterricht? Können digitale Tools die Bildungschancen
erhöhen und wie lässt sich damit individuell fördern? Mit diesen und
anderen Fragen befassten sich auf der #pb18 zahlreiche Vorträge,
Praxisforen und Diskussionen. So erläuterte Professor Christoph Igel
vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, wie
intelligente Assistenten für den individuellen Bildungsprozess
fungieren können. Auch zahlreiche weitere Bildungsexperten stellten
aktuelle Projekte vor.

Die Fachtagung \“Perspektive Begabung\“ wurde gefördert vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Stifterverband, der
Kultusministerkonferenz und der Peters-Beer-Stiftung.

Weitere Informationen unter:
www.bildung-und-begabung.de/perspektive2018

Pressekontakt:
Nikolaus Sedelmeier
Leiter Kommunikation
0228 95915-62
nikolaus.sedelmeier@bildung-und-begabung.de

Original-Content von: Bildung & Begabung gemeinnützige GmbH, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 29. Mai 2018.

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Categories: Vermischtes

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