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Bilanz der Fälschung: Das Medienmagazin ZAPP über die Folgen des Falls \“Relotius\“ für den Journalismus

Der Fall Claas Relotius hat im Dezember 2018 die
Medienwelt erschüttert. Der ehemalige \“Spiegel\“-Redakteur fälschte
oder dramatisierte über Jahre viele seiner Reportagen. Er besaß die
Gabe, seine Vorgesetzten zu blenden und die Leserinnen und Leser
seiner Geschichten zu faszinieren. Das NDR Medienmagazin \“ZAPP\“
beschäftigt sich am Mittwoch, 29. Mai, um 23.20 Uhr in einer ganzen
Ausgabe mit dem spektakulären Fall. \“ZAPP\“ hat sich angesehen, was
deutsche Verlage von ihm seit 2010 veröffentlicht haben. Von einem
Praktikum bei der \“taz nord\“ mit kleineren und auch tagesaktuellen
Berichten abgesehen, lieferte er allein hierzulande mehr als 100
Texte, vor allem Reportagen, Portraits und Interviews.

All diese Medien haben inzwischen Prüfergebnisse vorgelegt. Sie
lassen Interpretationsspielraum zu, doch grob ergibt sich dieses
Bild: Bei mehr als einem Viertel der Artikel haben die Redaktionen
den Verdacht, dass Relotius Details dramatisiert, erfunden oder
größere Teile aus anderen Medien abgeschrieben hat. Jede fünfte
Geschichte gilt in den Redaktionen ziemlich sicher zu wesentlichen
Teilen als Erfindung.

Bevor der \“Spiegel\“ kurz vor Weihnachten 2018 die Affäre selbst
öffentlich machte, hatte Relotius in Deutschland für die
Nachrichtenagentur dpa, das Magazin \“Cicero\“ die \“Frankfurter
Allgemeine Zeitung\“, die \“Financial Times Deutschland\“, das Magazin
der \“Süddeutschen Zeitung\“, den \“Tagesspiegel\“, die \“Welt\“, für
Medien der \“Zeit\“ und vor allem für \“Spiegel\“ und \“Spiegel Online\“
geschrieben. Seine Abschlussarbeit an der Hamburg Media School lief
2012 im NDR Fernsehen. Der Film war nach internen Prüfungen durch den
NDR nicht zu beanstanden.

Auch in den Verlagen gelten nicht all seine Beiträge als
Fälschung: Gut ein Viertel der Artikel sehen die Redaktionen im
Wesentlichen als \“sauber\“ an. Immer wieder stoßen die Redaktionen bei
der Prüfung der Texte, die sich veröffentlicht haben, jedoch an
Grenzen: Protagonisten melden sich nicht oder sind tot. Relotius
selbst hatte Ende 2018 einige Manipulationen zugegeben. Seitdem
schweigt er zu weiteren Details.

\“ZAPP\“ dokumentiert wesentliche Aussagen der
\“Spiegel\“-Chefredaktion und der vom Nachrichtemagazin selbst
installierten Prüfkommission. In einer Reportage begleitet das
Fernsehmagazin eine Gruppe von Journalistenschülern auf
Auslandsrecherche: Wie verändert sich die Reportage ganz praktisch in
Zeiten der Relotius-Affäre?

Hinweis für die Redaktionen:
Folgende Interviews finden Sie online unter www.NDR.de/zapp

Steffen Klusmann (Chefredakteur SPIEGEL), Brigitte Fehrle
(Aufklärungskommission des SPIEGEL), Julia Jäkel ( Chief Executive
Officer Gruner + Jahr) Yassin Musharbash (DIE ZEIT), Tina Kaiser,
(Die Welt), Ronja von Wurmb-Seibel (Freie Journalistin)

https://www.facebook.com/ZappMM/

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Plessmann
Tel: 040/ 4156-2333
Mail: r.plessmann@ndr.de
http://www.ndr.de
https://twitter.com/NDRpresse

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 28. Mai 2019.

Tags:

Categories: Medien & Unterhaltung

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