Bessere Einkommen: Kakaobauern verdienen mehr pro Tafel / Fairtrade startet Living Income Programm für Kakao in Deutschland mit Lidl als erstem Partner

\“Mit diesem Engagement zeigt Lidl, wie Unternehmen konkret zur Schließung der Einkommenslücke beitragen können. Das Living Income-Programm investiert in die Zukunftsfähigkeit der Kooperativen. Das ist das Engagement, das wir im Kakao-Sektor brauchen\“, sagt Claudia Brück, Vorständin für Kommunikation und Politik bei Fairtrade Deutschland.
Living Income-Programm für Kakao: Langfristiges Engagement für bessere Einkommen und Investition
Mit dem neuen Living Income-Programm für Kakao verpflichten sich Handelspartner zur Zahlung des Fairtrade-Mindestpreises und der -Prämie, einem ergänzenden Beitrag zur Schließung der Einkommenslücke zum existenzsichernden Einkommen und zusätzlich einem Investitionsbeitrag zur Steigerung der Produktivität und weitereAktivitäten der Kooperative. Ein existenzsicherndes Einkommen umfasst dabei mehr als die Deckung der Produktionskosten. Es bedeutet, dass Familien ihre Ausgaben für Ernährung, Wohnen und Gesundheit tragen können, in Bildung investieren, Rücklagen bilden und ihren Betrieb weiterentwickeln können.
Fairtrade: Pionierrolle für ganzheitlichen Einsatz für existenzsichernde Einkommen
Fairtrade nimmt im Bereich Living Income eine Pionierrolle ein. Als erstes Zertifizierungssystem weltweit hat Fairtrade verbindliche Mindestpreise eingeführt und bindet Produzent*innen systematisch in Governance-Prozesse ein. Aufbauend auf dieser Erfahrung berechnet und veröffentlicht Fairtrade regelmäßig bindende Referenzwerte für existenzsichernde Einkommen. Neue Living Income Referenzpreise werden auf Basis von regionalen Lebenshaltungskosten, Haushaltsgröße, nachhaltigen Erträgen und verfügbaren Anbauflächen berechnet und im April diesen Jahres veröffentlicht.
Während viele Akteure existenzsichernde Einkommen als Ziel formulieren, stellt Fairtrade konkrete Instrumente zur Umsetzung bereit – und entwickelt diese mit dem Living Income-Programm für Kakao (https://www.fairtrade.net/de-de/fuer-unternehmen/Mehr-Erfolg-mit-Fairtrade/unser-living-income-programm-fuer-kakao.html) konsequent weiter.
Vom Pilotprojekt zur Sortimentsumstellung
Lidl ist der erste Partner aus Deutschland, der das Programm gemeinsam mit Fairtrade umsetzen wird. Bereits seit 20 Jahren arbeitet der Discounter mit Fairtrade zusammen und geht nun den nächsten Schritt in der Kooperation:\“Echte Veränderung entsteht erst durch Skalierung. Jetzt geht es darum, neue Maßstäbe zu setzen und Wirkung zu vervielfachen: Wir machen fair nun zum Standard\“, erklärt Stefan Haensel, Head of Quality&Sustainability, Senior Vice President bei Lidl International. Die Investitionen in Living Income gelten ab August 2026 für das vollständige Tafelschokoladensortiment der Lidl-Eigenmarken in Festlistung. Das neue Verpackungsdesign, auf denen das Engagement auch für Verbraucher*innen sichtbar wird, soll 2027 eingeführt werden.
Warum strukturelle Lösungen gefragt sind
Rund zwei Drittel des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika. Gleichzeitig leben viele Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana und Côte d Ivoire weiterhin unter prekären Bedingungen. Niedrige Einkommen verstärken soziale Ungleichheit, erschweren Investitionen in nachhaltige Anbaumethoden, begünstigen ausbeuterische Kinderarbeit und erhöhen den Druck auf Wälder. Selbst hoheWeltmarktpreise führen nicht automatisch zu stabilen, existenzsichernden Einkommen.
Für Fairtrade ist die Umstellung von Lidl auf das Fairtrade-Programm für existenzsichernde Einkommen ein wichtiges Signal an die Branche. Globale Lieferketten stehen unter wachsendem Druck durch Klimawandel, ökologische Belastungsgrenzen und regulatorische Anforderungen.\“Wenn die Einkommen der Produzent*innen zu niedrig bleiben, gefährdet das nicht nur Menschenrechte, sondern auch die langfristige Verfügbarkeit von Kakao. Mit unserem Programm liefern wir die Instrumente für strukturelle Veränderung – jetzt braucht es entschlossene Partner zur Umsetzung\“, so Claudia Brück.
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