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BERLINER MORGENPOST: Schüler zahlen die Zeche – Kommentar von Joachim Fahrun

Wenn es eine geplante Kommunikationsstrategie
gewesen wäre, könnte man dem Hin- und Her um Berlins absehbaren
Schulplatzmangel sogar etwas Gutes abgewinnen. Man lanciert eine
irrsinnig große Zahl, 26.000. Alle sind aufgeschreckt und forcieren
noch einmal richtig den Schulbau. Dann verkündet Bildungssenatorin
Sandra Scheeres die frohe Botschaft: Nach neuen Berechnungen fehlen
\“nur\“ 9500 Plätze für Berlins Kinder.

Das Schlimme ist: Die Aktion war nicht geplant. Einen 900-Seiten
Bericht ohne einordnenden Kommentar rauszugeben, dessen wesentliche
Aussagen man drei Monate später wieder einkassiert, verheißt nichts
Gutes über die Zustände im Hause Scheeres.

Fast 10.000 nun aber wirklich fehlende Plätze in zwei Jahren, also
zehn bis 15 Schulen, ist nun wahrlich keine gute Nachricht. Natürlich
lassen sich mehr Kinder in Schulgebäude, Container oder auch die
paar schönen Holzbauten quetschen. Und wir dürfen schon froh sein,
wenn es gelingt, fast 10.000 Kinder zusätzlich zu den bereits bis
2021 geplanten 18.000 neuen Plätzen unterzubringen. Aber das schlägt
zwangsläufig auf die Unterrichtsqualität durch.

Die Senatorin rühmt sich, die Schulbauoffensive 2017 gestartet zu
haben. Zahlen zu Platzbedarfen habe es lange gar nicht gegeben in
Berlin, die Schülerzahlen seien ja lange gesunken. Erst 2012 habe es
eine Wende gegeben. Genau. 2012. Vor sieben Jahren. Die
Bildungssenatorin hieß damals übrigens Sandra Scheeres.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 13. August 2019.

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Categories: Politik & Gesellschaft

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