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BERLINER MORGENPOST: Ein verlorener Ort für Berlin / Kommentar von Jens Anker zum Berliner Olympiapark

Kurzform: Nun ist der Sanierungsstau auf eine halbe
Milliarde Euro angestiegen und der Hauptnutzer Hertha BSC will nicht
mehr im Olympiastadion spielen, sondern vielmehr eine eigene Arena im
Park errichten. Das wird wohl nach derzeitigem Stand auch nicht
gelingen. Aber es wirft neue Probleme auf. Die Frage nach einer
Zukunft des Olympiaparks bleibt daher weiter unbeantwortet und wird
es bleiben, so lange kein Konzept gefunden wird, das das Areal ein
wenig mehr in die Mitte der Stadt rückt. Bis dahin bleibt der
Olympiapark ein verlorener Ort für Berlin.

Der vollständige Kommentar: Das Verhältnis zwischen den Berlinern
und dem Olympiapark in Westend ist schwierig. So richtig gehörte das
Gelände nie zum Selbstverständnis der Stadt – trotz der historischen
Bedeutung, die der Park zweifelsfrei für die Geschichte Berlins hat.
Das hat mehrere Gründe. Das riesige Ensemble mit Waldbühne,
Olympiastadion und Schwimmbad strotzt vor Nazi-Symbolik. Es war Teil
des Konzepts der \“Welthauptstadt Germania\“, mit der die
Nationalsozialisten der Welt ihre Überlegenheit demonstrieren
wollten. Die Berliner standen dem Gelände deshalb in der Folge immer
ratlos gegenüber. Wie sollte man damit umgehen? Befördert wurde
dieses Nicht-Verhältnis durch die Jahre der deutschen Teilung. Die
Briten nutzten weite Teile des Geländes als Hauptquartier in der
geteilten Stadt. Der Ort verschwand aus dem Blickfeld der Berliner –
sieht man einmal vom Olympiastadion ab, das durchgehend für
Fußballspiele und Leichtathletik-Veranstaltungen genutzt wurde. Das
schwierige Verhältnis änderte sich auch nicht, als der Olympiapark
nach Abzug der Alliierten zuerst dem Bund, später dann dem Land
Berlin zufiel. Pläne entstanden und verschwanden wieder in der
Schublade, daran konnten auch zwei gescheiterte Olympia-Bewerbungen
nichts ändern. Nun ist der Sanierungsstau auf eine halbe Milliarde
Euro angestiegen und der Hauptnutzer Hertha BSC will nicht mehr im
Olympiastadion spielen, sondern vielmehr eine eigene Arena im Park
errichten. Das wird wohl nach derzeitigem Stand auch nicht gelingen.
Aber es wirft neue Probleme auf. Die Frage nach einer Zukunft des
Olympiaparks bleibt daher weiter unbeantwortet und wird es bleiben,
so lange kein Konzept gefunden wird, das das Areal ein wenig mehr in
die Mitte der Stadt rückt. Bis dahin bleibt der Olympiapark ein
verlorener Ort für Berlin.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 13. April 2019.

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Categories: Politik & Gesellschaft

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