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BERLINER MORGENPOST: Bedenken nicht ausgeräumt – Kommentar von Gudrun Mallwitz

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD)
will mit dem jetzt von ihr vorgestellten Informationsbrief an die
Lehrer zwei Dinge erreichen: Besorgten Eltern die Angst nehmen, und
vor allem den Quereinsteigern unter den Lehrern Argumente für die
umstrittene Lehrmethode \“Schreiben nach Gehör\“ an die Hand geben.
Allein: Die Kritiker wird sie damit kaum überzeugen.

Die vielen Eltern, die sich sorgen, dass sich bei ihren Kindern
nach Gehör aufgeschriebene Wörter – also etwa \“Fatha\“ statt \“Vater\“
– falsch einprägen, werden sich mit den Erläuterungen nicht
beruhigen lassen. Zu vage klingt der Umgang mit einer Lehrmethode,
die Hamburg und Baden-Württemberg bereits verbieten.

Lehrerinnen und Lehrern wird in Berlin viel Freiraum gegeben.
Freiraum, den erfahrene Pädagogen sicherlich gut nutzen können. Doch
die vielen Quereinsteiger sind damit vermutlich überfordert. Zumal
sie in Berlin auch in den ersten beiden Jahrgangsstufen unterrichten
dürfen, wenn die Schulleiter sie als geeignet einstufen.

Wenn die Senatorin nicht ganz auf die umstrittene Methode
verzichten will – wie viele Eltern sowie CDU und FDP es in der
aufgeheizten Debatte fordern, muss sie mehr auf den Tisch legen, als
diese Beruhigungsschrift. Vor allem in Anbetracht des
besorgniserregend schlechten Abschneidens der Grundschüler bei den
Rechtschreib-Tests.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. Mai 2018.

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Categories: Politik & Gesellschaft

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