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BERLINER MORGENPOST: Alarmsignale ernst nehmen / Kommentar von Thomas Fülling zum U2-Tunnelschaden

Kurzform: Bleibt zu hoffen, dass die Politik die
richtigen Lehren aus dieser Entwicklung zieht. Statt immer neuer
Sonderprogramme nach Kassenlage braucht Berlin dringend ein
Langfristprogramm für die Modernisierung der Infrastruktur – mit
konstant hohen und zudem verlässlichen Investitionen in den Erhalt
von Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln. Angesichts erster Wolken,
die am Konjunkturhimmel aufziehen, und der vielen Verpflichtungen bei
den Personal- und Sozialausgaben, die Berlin zuletzt eingegangen ist,
dürfte aber wieder genau das Gegenteil passieren.

Der vollständige Kommentar: Das ist ja gerade noch mal gut
gegangen. Rechtzeitig, bevor etwa ein Betonbrocken auf einen
fahrenden Zug fiel, haben Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe
(BVG) einen gefährlichen Hohlraum im U-Bahn-Tunnel zwischen
Senefelderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz entdeckt. Die beruhigende
Nachricht des Vorfalls vom Donnerstag ist: Das Vorwarnsystem hat
funktioniert. Wie zuvor schon im Fall der Elsenbrücke in
Friedrichshain oder der Allende-Brücke in Köpenick, wo Experten
gleichfalls bei Routinekontrollen so schwere Bauschäden fanden, dass
die Brücken umgehend ganz oder teilweise gesperrt wurden. Die
Einschränkungen sind sicher ärgerlich. Doch kein Autofahrer, kein
U-Bahn-Fahrgast dürfte ernsthaft sein Leben riskieren wollen, wenn er
in der Stadt unterwegs ist. Die sich zuletzt häufenden
Ad-hoc-Sperrungen sind aber zugleich ernstzunehmende Alarmzeichen.
Sie signalisieren klar, dass zu lange zu wenig in den Erhalt und die
regelmäßige Erneuerung der Infrastruktur der stetig wachsenden
Millionenstadt Berlin investiert wurde. Die rigorose Sparpolitik vor
allem zu Beginn des neuen Jahrtausends rächt sich nun bitter. Jetzt,
wo auch die Nachfrage privater Investoren an Bauleistungen riesig
ist, sind die Preise regelrecht explodiert und es fehlen akut
Kapazitäten, das zu bauen, was nötig ist. Bleibt zu hoffen, dass die
Politik die richtigen Lehren aus dieser Entwicklung zieht. Statt
immer neuer Sonderprogramme nach Kassenlage braucht Berlin dringend
ein Langfristprogramm für die Modernisierung der Infrastruktur – mit
konstant hohen und zudem verlässlichen Investitionen in den Erhalt
von Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln. Angesichts erster Wolken,
die am Konjunkturhimmel aufziehen, und der vielen Verpflichtungen bei
den Personal- und Sozialausgaben, die Berlin zuletzt eingegangen ist,
dürfte aber wieder genau das Gegenteil passieren.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 19. April 2019.

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Categories: Politik & Gesellschaft

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