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Bain-Studie zum globalen Luxusmarkt / China dominiert das Geschäft mit den Edelmarken

– Der weltweite Umsatz mit Luxusgütern ist 2018 um 6 Prozent auf
260 Milliarden Euro gestiegen
– Im Gesamtjahr 2019 wird das Geschäft mit den Edelmarken
voraussichtlich auf bis zu 276 Milliarden Euro anwachsen
– Immer mehr Chinesen kaufen Premiummarken in ihrem Heimatland,
entsprechend legt dort der Umsatz deutlich zu
– Die Konsumenten verlangen zunehmend nachhaltig produzierte
Luxuswaren und wünschen sich außergewöhnliche Kauferlebnisse

Die Chinesen haben sich als stärkste Macht im weltweiten
Luxusgeschäft etabliert. Ihre enorme Kaufkraft beflügelt den Absatz
von hochpreisigen Accessoires, Kosmetik, Schmuck oder Kleidung – und
dies vor allem in ihrem Heimatland. Insgesamt stieg der weltweite
Umsatz mit Luxuswaren 2018 um 6 Prozent auf 260 Milliarden Euro. Für
das laufende Jahr prognostiziert die internationale
Managementberatung Bain & Company gemeinsam mit dem italienischen
Luxusgüterverband Fondazione Altagamma im \“Luxury Study 2019 Spring
Update\“ ein Wachstum des globalen Luxusmarkts von 4 bis 6 Prozent.
Währungsbereinigt wird der Umsatz auf 271 bis 276 Milliarden Euro
zulegen.

\“Das globale Luxusgütergeschäft hat sich auf einem hohen
Wachstumsniveau eingependelt\“, stellt Bain-Partner und
Luxusgüterexperte Oliver Merkel fest. \“Und diese neue Normalität wird
sich bis 2025 mit jährlichen Zuwachsraten von 3 bis 5 Prozent
fortsetzen.\“ Die anhaltende Dynamik beruht vor allem auf der Kauflust
asiatischer Konsumenten. Alle anderen Regionen verzeichnen moderates
Wachstum.

Luxuskäufe in Asien boomen

China dominiert weiter den Luxusmarkt. Die ab 1995 geborene
modebewusste Generation Z hat sich dort mit ihrer Neigung zu
Spontankäufen zur spannendsten Kundengruppe entwickelt. Laut
Bain-Studie wird der Absatz von Premiummarken in China 2019 um bis zu
20 Prozent steigen.

Da die Chinesen immer häufiger in ihrem Heimatland shoppen, laufen
die Geschäfte in ihren traditionellen Einkaufsdestinationen Hongkong
und Macau schlechter. Dennoch boomt das Luxusgeschäft in Asien auch
außerhalb Chinas weiter mit einem Plus von 10 bis 12 Prozent.
Ausschlaggebend dafür ist vor allem die wachsende Mittelschicht in
Indonesien, Vietnam und auf den Philippinen.

In Tokio werden sich bereits in diesem Jahr die Olympischen Spiele
2020 positiv bemerkbar machen. Das Interesse von Reisenden aus China
zieht schon jetzt an. Vor diesem Hintergrund legt der Umsatz
exklusiver Marken in Japan 2019 voraussichtlich um 2 bis 4 Prozent
zu.

Durchwachsene Aussichten für USA und Europa

Die gesättigten Märkte wachsen schon seit Jahren nur noch mäßig.
Zwar belebten in Europa aufgrund von günstigen Wechselkursen vor
allem Touristen aus Asien 2018 das Geschäft mit den High-End-Waren.
Gleichzeitig aber dämpfen die sozialen und politischen Turbulenzen in
Ländern wie Großbritannien und Frankreich die Erwartungen. Darüber
hinaus droht eine Konjunkturabschwächung. Bain erwartet deshalb in
diesem Jahr in Europa nur noch ein Umsatzplus von 1 bis 3 Prozent.

Nord- und Südamerika werden mit 2 bis 4 Prozent nur unwesentlich
stärker wachsen. Zwei Entwicklungen beeinflussen in den USA das
Luxusgeschäft negativ. Zum einen verunsicherten 2018 Pläne für eine
Steuerreform die heimischen Konsumenten, zum anderen bleiben
angesichts des schwelenden Handelskonflikts mit China die
kauffreudigen Reisenden aus der Volksrepublik aus. Kaufhäuser und
Shoppingmalls haben mit rückläufigen Kundenzahlen zu kämpfen. Die
Flagship-Stores der großen Marken dagegen verzeichnen Zuwächse.

Schlechter sieht es im Rest der Welt aus. Dort wird der
Luxusumsatz 2019 voraussichtlich um bis zu 2 Prozent zurückgehen. Der
Mittlere Osten leidet unter der Aufwertung seiner Währungen, die
Bewohner shoppen lieber im Ausland.

Neue Herausforderungen für die Top-Marken

Auf den ersten Blick laufen die Geschäfte der Top-Marken stabil
auf hohem Niveau. Dennoch stehen ihnen radikale Umwälzungen bevor.
Bain beschreibt folgende Zukunftstrends:

1. In puncto Mode und Lebensstil geben in Zukunft die jungen
selbstbewussten Chinesen den Ton an. 2025 werden chinesische
Konsumenten mehr als 45 Prozent aller weltweiten Luxuskäufe tätigen.

2. Nutzen statt besitzen. Die Sharing Economy setzt sich mit
Leihmodellen und Secondhandkäufen auch im Luxusmarkt immer mehr
durch.

3. Konsumenten fordern von den Luxusgüterherstellern mehr
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Entsprechend muss das Ziel
der Unternehmen eine Kreislaufwirtschaft sein, in der Produkte
wiederverwertet und natürliche Ressourcen geschont werden.

4. Die Digitalisierung der Branche geht längst über den
Onlinehandel hinaus. Ein Viertel aller Luxusgüter wird bereits über
das Internet verkauft. Nun müssen sich die Markenhersteller in puncto
technologischer Infrastruktur neu aufstellen, um den Kunden über das
Shoppen hinaus außergewöhnliche Kauferlebnisse zu bieten.

5. Communitys und Kundennetzwerke werden für die Luxushersteller
noch wichtiger. Einen intensiven Dialog mit den Kunden zu pflegen,
wird bald bedeutender sein als Markenimage oder Produktdesign.

Insbesondere junge Marken machen den etablierten Konkurrenz. \“Ihr
kreativer Ansatz beschränkt sich nicht nur auf Kleidung, Schmuck oder
Accessoires\“, betont Bain-Partner Merkel. Er umfasse alle Facetten
des Geschäfts, auch die Beziehung zu den anspruchsvollen Kunden. \“Die
etablierten Marken sollten sich deshalb sehr genau auf die Wünsche
ihrer Kunden einstellen\“, so Merkel. \“Nur so können sie
überproportional am Luxusmarkt partizipieren.\“ Dieser wird laut
Studie bis 2025 auf bis zu 365 Milliarden Euro anwachsen.

Über die Studie

Seit dem Jahr 2000 untersucht Bain & Company in Zusammenarbeit mit
Fondazione Altagamma – dem führenden italienischen Verband der
Luxusgüterhersteller – den Markt und die Ertragslage von 250 weltweit
führenden Luxusgüterherstellern und -marken. Der
Unternehmensdatenbestand, der unter der Bezeichnung \“Luxury Goods
Worldwide Market Observatory\“ bekannt ist und jährlich als Studie
veröffentlicht wird, hat sich zu einer führenden und weltweit
beachteten Informationsquelle für die internationale
Luxusgüterindustrie entwickelt.

Bain & Company

Bain & Company ist eine der weltweit führenden
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Informationstechnologie,
Organisation, Private Equity, digitaler Strategie und Transformation
sowie M&A – und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit
seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu
erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im
Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngeschäft des
Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue
Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer Gründung im Jahr 1973
lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen.
Bain unterhält 58 Büros in 37 Ländern und beschäftigt weltweit 9.000
Mitarbeiter, 900 davon im deutschsprachigen Raum.

Weiteres zu Bain unter: www.bain.de, www.bain-company.ch. Folgen
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Pressekontakt:

Leila Kunstmann-Seik
Bain & Company Germany, Inc.
Karlsplatz 1
80335 München
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com
Tel.: +49 (0)89 5123 1246
Mobil: +49 (0)151 5801 1246

Original-Content von: Bain & Company, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 18. Juni 2019.

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Categories: Handel

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