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Börsen-Zeitung: Scheitern gesichert, Kommentar zu den Sparkassen von Bernd Wittkowski

Helmut Schleweis mag zuweilen ein Zitat eines
seiner Vorgänger, des früheren Sparkassen- und späteren
Bundespräsidenten Horst Köhler, einfallen: \“Man signalisiert mir
immer Zustimmung im Detail, solange sichergestellt ist, dass die
Sache als Ganzes scheitert.\“ Der Beobachter fühlt sich daran
erinnert, wenn Sparkassenpräsident Schleweis mit seiner Idee von der
einheitlichen Sparkassen-Zentralbank nicht nur auf Ablehnung stößt,
sondern hier und da auch Wohlwollen findet. Denn jene etwa in
Westfalen-Lippe oder Hessen-Thüringen, die für eine Kräftebündelung
auf Landesbankenebene plädieren, wissen doch selbst sehr gut,
zumindest sollten sie es wissen, dass am Ende im köhlerschen Sinne
das Scheitern jedenfalls dann gesichert ist, wenn es um die
angedachte Fünferlösung aus Berlin Hyp, DekaBank, Helaba, LBBW und
Nord/LB geht.

Das Thema Nord/LB erledigt sich, abhängig von der Meinung der
EU-Kommission zur Auffanglösung des DSGV, nun sowieso auf die eine
oder andere Weise, wobei es hier für alle Beteiligten noch weit mehr
Fragen als Antworten zu geben scheint. Stakeholder und Führung der
LBBW haben klargemacht, was sie davon halten, die größte Landesbank
in ein von Stuttgart aus nicht mehr zu kontrollierendes Gebilde
einzubringen: im Ergebnis nichts. Die BayernLB war von Anfang an
außen vor. Der Freistaat will von einem (Teil-)Verkauf seiner
Landesbank (Anteil 75 Prozent) oder einer Fusion nichts wissen.

Die Superlandesbank ist mithin mausetot, erst recht in der
abgespeckten Variante einer mehr oder weniger reinen Girozentrale
ohne Retailgeschäft, Wohnungsgesellschaften oder Lotterieanbieter.
Würden etwa die LBBW, deren Verwurzelung in der Region ein
wertvolles Asset ist, und ihre Träger die BW-Bank abspalten? Absurd!

Noch abwegiger wird es, wenn mancher Verantwortliche mit der
Vorstellung schwanger geht, ein Zentralinstitut allein in
Sparkassenhand, ohne Länderbeteiligung, zu schaffen. Wir wünschen
viel Spaß bei der Kapitalbeschaffung und beim Herausdrängen der
Bundesländer.

Charme hat dagegen tatsächlich die vom hessisch-thüringischen
Verbandschef Gerhard Grandke aufgewärmte Idee einer Kombination
Deka-Helaba, diesmal erweitert um die Berlin Hyp. Das gäbe fürwahr
ein bundesweites Powerhouse in der Mitte Deutschlands, das die
Position von BayernLB und LBBW nicht stören würde. Warum macht
Schleweis seinen Einfluss also nicht geltend, wo er ihn definitiv
hat, bei Berlin Hyp und Deka? Wohl weil er das Zitat von Horst Köhler
im Sinn hat.

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069–2732-0
www.boersen-zeitung.de

Original-Content von: Börsen-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 28. Februar 2019.

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Categories: Vermischtes

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