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Börsen-Zeitung: Marcus und Goliath / Kommentar zu den Quartalsergebnissen der US-Großbanken von Stefan Paravicini

Die US-Banken haben zum Jahresauftakt kräftig
Geld verdient. Mehr als 20 Mrd. Dollar Gewinn stehen nach den ersten
drei Monaten allein bei den Schwergewichten J.P. Morgan Chase, Citi
und Wells Fargo zu Buche. Der Branchenprimus schaffte mit mehr als
9 Mrd. Dollar den bisher größten Quartalsgewinn einer US-Bank
überhaupt. Aber auch Citi und Wells Fargo haben mit ihren
Ergebniszuwächsen die Erwartungen übertroffen, die in den vergangenen
Wochen allerdings deutlich zurückgenommen wurden.

Goldman Sachs schaffte es unter dem Strich ebenfalls über die
Analystenschätzungen. Der Gewinn der Investmentbank ist wegen des
branchenweit schwächelnden Geschäfts im Handel mit Aktien und
festverzinslichen Wertpapieren allerdings um mehr als ein Fünftel
eingebrochen. Die Flaute im Handel, vor der die Wall-Street-Banken
seit Wochen unisono gewarnt hatten, dürften Bank of America und
Morgan Stanley, die heute ihre Ergebnisse nachreichen, ebenfalls
gespürt haben. Doch Goldman ist im Vergleich zur Konkurrenz auch zehn
Jahre nach der Finanzkrise besonders stark von diesem Geschäft
abhängig.

Das ist ein Teil des Vermächtnisses von Lloyd Blankfein, der die
Bank vor allem gestützt auf den Handel von Anleihen, Währungen und
Rohstoffen zeitweise zur profitabelsten Adresse an der Wall Street
machte. Auf dem Höhepunkt 2009 trug dieses Geschäft mehr als 20
Mrd. Dollar und damit rund die Hälfte der Erträge bei. Im vergangenen
Jahr waren es gut 5 Mrd. Dollar oder ein Zehntel der Erträge von
Goldman Sachs.

Der neue CEO, David Solomon, der die Verantwortung im Herbst
übernommen hat, stellt alle Geschäfte auf den Prüfstand, wobei der
Handel mit festverzinslichen Wertpapieren besonders im Fokus steht.
Die Vorgabe sieht ähnlich wie bei Morgan Stanley aus, die das
Geschäft in den vergangenen Jahren sukzessive verschlankt und
profitabler gemacht hat. Parallel dazu setzt Solomon mit Goldman auf
den Ausbau ihrer noch jungen Verbrauchersparte.

Das Geschäft mit Einlagen und Krediten der nach Firmengründer
Marcus Goldman benannten Online-Bank \“Marcus\“ hat im ersten Quartal
immerhin bereits einen Nettozinsertrag von 835 Mill. Dollar und damit
51% mehr als im Vergleichszeitraum beigetragen. Eine Kreditkarte,
die die Bank zusammen mit Apple auf den Markt bringt, soll
zusätzliches Wachstum bringen. Der Nettozinsertrag von J.P. Morgan,
deren Erträge im Handel zum Auftakt ebenfalls eingebrochen sind, lag
im ersten Quartal bei 14,5 Mrd. Dollar.

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069–2732-0
www.boersen-zeitung.de

Original-Content von: Börsen-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 15. April 2019.

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Categories: Vermischtes

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