Aufklärung und Anreize als Schlüssel einer erfolgreichen Inklusion / Brossardt:\“Große Potenziale von Menschen mit Behinderung noch besser nutzen\“

Laut vbw ist die Inklusion in der Arbeitswelt komplex und nur gemeinschaftlich möglich.\“Behinderung und damit auch die Beeinträchtigungen im Arbeitsleben sind sehr individuell. Daher ist Inklusion durch eine Vielzahl von Akteuren geprägt. Sie leisten alle einen wichtigen Beitrag. Damit Inklusion – gerade auch in der Arbeitswelt – gelingt, ist ein Richtungswechsel notwendig – weg von Regulierung und Zwang, hin zu Informationen und Anreizen. Arbeitgeber brauchen umfassende Informationen über die Chancen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Mit den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber gibt es eine Anlaufstelle, über die Unternehmen bei Bedarf kostenfreie und individuelle Beratung zum Thema Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erhalten. Zudem stehen Arbeitgebern zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Das sind Schlüsselelemente für eine gelingende Inklusion. Kontraproduktiv ist hingegen eine stetige Verschärfung der Schutzvorschriften: Sonderregelungen für schwerbehinderte Arbeitnehmer bewirken oft das Gegenteil von Inklusion, vielmehr werden so zusätzliche Einstellungshemmnisse erzeugt\“, so Brossardt.
Johannes Magin, Vorstandsvorsitzender LAG IFD Bayern e.V., Koordinierungsstelle EAA Bayern, erklärte:\“Um Inklusion in der Arbeitswelt weiter voran bringen zu können, braucht es den Schulterschluss aller Akteure. Arbeitgeber spielen hierbei natürlich eine zentrale Rolle. Um die Arbeitgeber bestmöglich dabei zu unterstützen, die Potenziale von Menschen mit Behinderung für ihren Betrieb zu nutzen, gibt es die Angebote der EAA, der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber. Die EAA lotsen Arbeitgeber durch die zahlreichen Leistungsoptionen und unterstützen in allen Phasen eines Beschäftigungsverhältnisses von Menschen mit Behinderung.\“
Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, führte aus:\“Inklusion und Integration sind ein Testfall für die Soziale Marktwirtschaft. Soziale Marktwirtschaft bedeutet nicht, in der Wirtschaft Geld zu verdienen, und was übrig bleibt, sozial zu verteilen. Sondern: Es bleibt das Soziale und das Wirtschaftliche gleichermaßen. Den Wettbewerb des Kapitalismus kann eine Gesellschaft nur aushalten,wenn sie gleichzeitig die Garantie an alle gibt, dass niemand ins Nichts fällt. Die katholische Soziallehre betont, dass Arbeit und Teilhabe zentral sind für die Menschenwürde und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.\“
Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf betonte:\“Inklusion am Arbeitsmarkt ist nicht nur eine soziale Aufgabe, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Menschen mit Behinderung werden oftübersehen. Dabei sind ihre Talente für alle ein Gewinn. Wer inklusiv denkt, erreicht damit auch Ältere – vor allem, wenn es um Barrierefreiheit geht. Wir unterstützen Betriebe in Bayern, die Menschen mit Behinderung einstellen oder ausbilden wollen. Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber haben seit 2022 schon mehr als 8100 Mal beraten.\“
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, sagte:\“Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein Gradmesser für gesellschaftliche Gerechtigkeit, für Demokratie und für unsere Freiheit. Sie ist kein soziales Extra, sondern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: Viele Menschen mit Behinderung sind gut qualifiziert und können einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Arbeits- und Fachkräftemangels leisten. Mehr als die Hälfte verfügt über eine abgeschlossene Ausbildung oder einen höheren Abschluss – deutlich mehr als bei nicht schwerbehinderten Arbeitslosen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden wir ihre Expertise und aktive Beteiligung am Arbeitsmarkt mehr denn je brauchen.\“
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