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Allg. Zeitung Mainz: Kurz-Sturz / Andreas Härtel zu Österreich

Es ist gekommen, wie es kommen musste: Auch
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ist über die unappetitliche
Ibiza-Affäre seines bisherigen Koalitionspartners FPÖ gestürzt. Das
Bündnis, das seine Abwahl durchgesetzt hat, ist zwar exotisch;
Sozialdemokraten und Rechte werden in näherer Zukunft wohl kaum noch
einmal gemeinsame Sache machen. Das Ganze entbehrt aber dennoch nicht
einer gewissen Logik. So wollte die FPÖ nicht als alleiniger Buhmann
dastehen – und die SPÖ konnte diese Gelegenheit, dem Kanzler am Zeug
zu flicken, einfach nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es ist
darüber hinaus aber auch ein Akt der politischen Hygiene. Schließlich
hat Kurz im Angesicht der bevorstehenden Neuwahlen versucht, sich
einen präsidialen Anstrich zu geben. Er hat seinem Volk einzureden
versucht, dass er über den Dingen steht und schon alles richten wird.
Mit dieser Strategie kommt er nun nicht durch, und die Wähler können
sich bis zur Abstimmung im Herbst ein ungeschminktes Bild von dem
Mann machen, der in den vergangenen knapp anderthalb Jahren das Land
regiert hat. Zu diesem ungeschminkten Bild gehört nun mal, dass Kurz
es war, der die Rechten um den Prahlhans Hans-Christian Strache mit
ins Regierungsboot geholt und auf diese Weise wieder hoffähig gemacht
hat. Und dass er es war, der der FPÖ viel zu viel hat durchgehen
lassen, etwa wenn diese gegen die freie Presse agitierte. Dem
österreichischen Kanzler war der Geist der FPÖ genau so lange egal,
wie es ihm zum Vorteil gereichte.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Zentraler Newsdesk
Telefon: 06131/485946
desk-zentral@vrm.de

Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 27. Mai 2019.

Tags:

Categories: Politik & Gesellschaft

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