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Allg. Zeitung Mainz: Absurd / Mario Thurnes zu Heim- und Pflegekindern

Die Regelung, dass Heim- und Pflegekinder drei
Viertel ihres ersten Einkommens abgeben müssen, ist absurd. Es ist
eine Summe, die in den öffentlichen Haushalten keine Rolle spielt.
Schon gar nicht, wenn man den bürokratischen Aufwand mitrechnet. Aber
es bedeutet einen verheerenden Effekt auf Jugendliche. Und zwar auf
solche, die auf der Schattenseite des Lebens groß geworden sind.
Waisen sind die Ausnahme in den Heimen und in der Pflege. Gewalt,
leibliche Eltern mit Drogenkarrieren oder kriminellen Laufbahnen sind
die Regel. Wenn diese Jugendliche eine Lehre beginnen, ein Studium
oder wenn sie wenigstens einen Job finden, sollte sich der Staat
freuen, dass ein Auftrag geglückt ist. Stattdessen kommen Städte und
Kreise und nehmen Geld, das sie nicht wirklich brauchen – und
hinterlassen demotivierte Jugendliche. Und vor allem solche, denen
das Gefühl bleibt: Egal wie sie sich abstrampeln, sie kommen aus
ihrer Misere nicht raus. An dem Argument, sie sollten einen gewissen
Teil abgeben, um ein Gefühl für die Leistungen zu bekommen, die sie
erhalten, ist was dran. Aber drei Viertel? Das hat der Bundestag
erkannt und ein Gesetz verabschiedet, nach dem den Betroffenen mehr
vom Lohn bleiben würde. Vor zwei Jahren. Seitdem lässt der Bundesrat
dieses Gesetz einfach liegen. Deutlicher kann man sein Desinteresse
an Menschen nicht zum Ausdruck bringen, die einen schweren Stand
haben – und offensichtlich keinerlei Lobby. Es ist höchste Zeit, dass
die Länderkammer das Gesetz aufgreift und übernimmt.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Zentraler Newsdesk
Telefon: 06131/485946
desk-zentral@vrm.de

Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 29. März 2019.

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Categories: Vermischtes

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