Abnehm-Tablette: YouGov-Umfrage zeigt Interesse der Verbraucher

– Wenn eine Abnehmpille und eine Abnehmspritzeähnlich wirksam, medizinisch geeignet, gleich teuer und mit vergleichbaren Nebenwirkungen verbunden wären, würden 46,5 Prozent der Befragten die Tablette bevorzugen. Nur 8,7 Prozent würden sich für eine Spritze zur Selbstanwendung entscheiden. Weitere 25,3 Prozent würden beide Formen gleichermaßen in Betracht ziehen.
– Besonders deutlich wird der mögliche Versorgungshebel bei Menschen mit Adipositas: Unter den Befragten mit einem BMI ab 30 bevorzugen 51,0 Prozent die Tablette, während nur 9,3 Prozent die Spritze wählen würden.
– Zugleich sagen 43,6 Prozent der Befragten mit Adipositas, die keine Abnehmspritze nutzen oder konkret planen, dass die Verfügbarkeit einer Abnehmpille ihre Bereitschaft erhöhen würde, eine medizinische Behandlung zur Gewichtsreduktion in Betracht zu ziehen. Bei Übergewichtigen (mit BMI von 25 bis 30) liegt dieser Wert bei 23,0 Prozent, bei Normalgewichtigen (mit BMI von 18,5 bis unter 25) bei 11,7 Prozent.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass für viele Betroffene nicht die Therapie selbst, sondern die Form der Anwendung bislang eine entscheidende Hürde darstellt. Das deckt sich mit ersten Erfahrungen aus den USA: Dort waren rund 80 Prozent der Patienten, die sich nach Markteinführung für die Abnehmtablette entschieden haben, zuvor keine Nutzer von GLP-1-Therapien.
\“Die Tablette könnte Menschen erreichen, die sich bisher trotz medizinischer Indikation gegen eine Behandlung entschieden haben\“, sagt Prof. Stephan Martin, Internist, Diabetologe und beratender Arzt der digitalen Adipositas-Plattform GoLighter.\“Für viele ist die regelmäßige Injektion offenbar eine psychologische Barriere. Fällt diese Hürde weg, könnten deutlich mehr Betroffene den Schritt in eine medizinische Therapie wagen.\“
\“Oral ist nicht banal\“
Gleichzeitig warnt Martin davor, die neue Therapie als unkompliziertes Lifestyle-Produkt zu verstehen.\“Auch eine Abnehmpille ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und muss genauso verantwortungsvoll eingesetzt werden wie die Abnehmspritze. Sie gehört ausschließlich in ärztliche Hände und erfordert eine sorgfältige medizinische Begleitung.\“
Dazu gehörten auch die Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten, die Kontrolle möglicher Nebenwirkungen sowie die regelmäßige Überprüfung des Therapieverlaufs.\“Wer sich für eine digitale Behandlung entscheidet, sollte deshalb darauf achten, dass hinter dem Angebot eine qualifizierte ärztliche Betreuung steht – und nicht ein Online-Shop für Medikamente.\“
Weitere Ergebnisse der Umfrage erhalten Sie auf Anfrage.
Über die Umfrage
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 06. bis 08.07.2026 insgesamt 2.119 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschlandab 18 Jahren.
Pressekontakt:
Martin Mangiapia
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Categories: Allgemein
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