5 Jahre nach der Flut: Wiederaufbau braucht weiter einen langen Atem / 48 Millionen Euro Spenden für Soforthilfe, Wiederaufbau und langfristige Projekte eingesetzt

Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, hebt hervor:\“Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist vielerorts wieder Alltag eingekehrt – aber für viele Betroffene ist die Katastrophe noch nicht vorbei. Wir Johanniter waren von der ersten Stunde an da, als Menschen aus den Fluten gerettet werden mussten, und wir sind es bis heute, wenn es um den Wiederaufbau von Häusern und Existenzen geht. Diese Verlässlichkeit sind wir den Betroffenen schuldig – und unseren Spenderinnen und Spendern, die das über all die Jahre möglich gemacht haben.\“
Hilfe, die bis heute wirkt
Für die Hochwasserhilfe setzen die Johanniter über das Bündnis Aktion Deutschland Hilft rund 48 Millionen Euro an Spenden ein. Etwa jeweils ein Drittel der Mittel floss in Soforthilfe, Wiederaufbau sowie Beratung und Begleitung der Betroffenen.
Mehr als vier Millionen Euro wurden unmittelbar nach der Katastrophe als finanzielle Soforthilfe ausgezahlt. Knapp zehn Millionen Euro sind bislang für den Wiederaufbau privater Wohnhäuser bewilligt worden. Weitere sieben Millionen Euro unterstützten den Neubau oder die Sanierung gemeinnütziger Gebäude und sozialer Infrastruktur.
Insgesamt konnten die Johanniter bislang 15 große Projekte in den Flutregionen umsetzen und damit mehr als 524.000 Menschen erreichen. Vier Fluthilfebüros – in Dernau sowie in Erftstadt, Stolberg/Eschweiler und Swisttal – begleiten Betroffene bis heute.
Wiederaufbau heißt auch: Gemeinschaft stärken
Neben der finanziellen Unterstützung fördern die Johanniter Projekte, die Menschen wieder zusammenbringen, sie psychosozial unterstützen und neue Perspektiven schaffen. Dazu gehört die Hochwasserhilfe in Nordrhein-Westfalen, die Betroffene weiterhin bei Fragen rund um Wiederaufbau und Alltag begleitet.
Im Ahrtal erleben Kinder der Waldkita in Rech bei Exkursionen wie dem\“Lernort Bauernhof\“Natur, Gemeinschaft und unbeschwerte Erlebnisse außerhalb des Krisenalltags.
Mit dem\“Treffpunkt vor Müllert\“in Dernau ist ein neuer Ort für Begegnung entstanden. Hier finden Gesprächsangebote, Beratung, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen statt. Gleichzeitig gestalten die Johanniter das Außengelände weiter, um den Treffpunkt dauerhaft als Ort der Gemeinschaft zu etablieren.
Auch kulturelle Projekte leisten einen Beitrag zum Wiederaufbau. Das\“Backbuch der Ahrtalfrauen\“bewahrt regionale Traditionen und erzählt die Geschichten der Menschen, die die Flut erlebt haben. Die Erlöse fließen in weitere Projekte vor Ort.
Langfristige Begleitung bleibt notwendig
Auch fünf Jahre nach der Katastrophe benötigen viele Menschen Unterstützung. Versicherungsleistungen und staatliche Hilfen ziehen sich häufig über Jahre hin. Deshalb beraten Mitarbeitende der Johanniter weiterhin zu Wiederaufbauhilfen, begleiten Betroffene im Alltag und vermitteln psychosoziale Unterstützung.
Die Johanniter gehen davon aus, dass die Spendengelder bis Ende 2027 vollständig in den Wiederaufbau und die Begleitung der Menschen in den Flutgebieten investiert werden.
Von der ersten Stunde an im Einsatz
Bereits in der Flutnacht am 14. und 15. Juli 2021 waren die Johanniter mit Rettungskräften in den betroffenen Regionen im Einsatz. Mehr als 3.000 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet leisteten Hilfe – der größte Katastrophenschutzeinsatz in der Geschichte der Johanniter.
Mobile Behandlungsplätze, Rettungs- und Krankentransporte, Betreuungseinheiten, Rettungshunde und Kriseninterventionsteams sorgten in den ersten Tagen dafür, Menschen zu retten, medizinisch zu versorgen und ihnen in einer Ausnahmesituation beizustehen.
Über die Johanniter-Unfall-Hilfe
Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit mehr als 33.000 Beschäftigten, rund 44.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und knapp 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein bedeutendes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.
Pressekontakt:
Juliane Flurschütz, Stellvertretende Pressesprecherin
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle
Tel. 030-26997-361, Mobil 0173 619 3409
E-Mail: medien@johanniter.de
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