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„Zuversichtlich zusammenleben“/EKD legt Positionspapier zu Flucht und Integration vor

Neue Flüchtlings-Studie: Humanitäre Grundhaltung
in Deutschland weiterhin stabil. Mehr Engagierte in Ostdeutschland.
Deutliche Mehrheit kritisiert pauschale Abschiebepraxis.

Impulse zur Debatte über Flucht und Integration bietet die heute
vorgestellte Publikation der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Unter dem Titel “““… und ihr habt mich aufgenommen.“ Zehn
Überzeugungen zu Flucht und Integration aus evangelischer Sicht““ geht
sie knapp und prägnant auf zentrale Aspekte der gesellschaftlichen
Diskussion ein – von Menschenwürde bis Rechtsstaatlichkeit, von
Religionsfreiheit bis Familienzusammenführung.

Biblisches Leitmotiv ist ein Vers aus dem Matthäusevangelium: „Ich
bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)
„Als Christen sind wir aufgerufen, uns an die Seite von
Schutzsuchenden zu stellen,“ so Manfred Rekowski, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland und Vorsitzender der Kammer der EKD
für Migration und Integration. Es gelte, Wege aus der Not zu suchen.
Entsprechend geht der Text nicht nur auf die Situation geflüchteter
Menschen in Deutschland ein, sondern unterstreicht die globale
Dimension des Problems Flucht und damit die Verantwortung der
internationalen Gemeinschaft.

Die aktuelle Stimmung in Deutschland nimmt die ebenfalls heute
vorgestellte Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der
EKD in den Blick. Das SI hat seit November 2015 regelmäßig die
Erwartungen der deutschen Bevölkerung zur Aufnahme von Flüchtlingen
in Deutschland untersucht. Die jüngste Befragung vom April 2017
zeigt, dass die Stimmungslage in Deutschland stabil ist. In den
westlichen Bundesländern herrscht eine eher zuversichtliche Haltung
vor, im östlichen Bundesgebiet eher Skepsis. „Bemerkenswert ist
allerdings, dass hier die Quote der aktuell Engagierten im April 2017
auf 7,7 Prozent gestiegen ist – sie liegt erstmals über der im
westlichen Bundesgebiet mit 7,4 Prozent. Dieses Engagement verdient
große Anerkennung gerade angesichts der dort vorherrschenden Skepsis
der Mehrheit der Bevölkerung“, so Petra-Angela Ahrens vom SI.

Genauer untersucht wurde in der aktuellen Studie die Haltung der
Menschen zu Abschiebung und Zuzug. Hier zeigt sich, wie die
Einbeziehung der konkreten Situation abgelehnter Asylbewerber die
Meinung der Befragten beeinflusst: Die pauschale Frage, ob abgelehnte
Asylsuchende in jedem Fall abgeschoben werden sollten, bejahten knapp
39 Prozent der Befragten. Auf die Frage hin, ob dies auch gelten
solle, wenn ihre engsten Familienangehörigen in Deutschland bleiben
dürfen, änderte ein Großteil dieser Befragten seine Meinung: Nun
sprachen sich 52,8 Prozent von ihnen doch dafür aus, diese zu dulden.
Und sogar weit über 70 Prozent von ihnen war für eine Duldung, wenn
die abgelehnten Asylsuchenden bereits eine eigene Existenz in
Deutschland aufgebaut haben oder schon mehrere Jahre in Deutschland
leben und gut integriert sind (74,5 Prozent). „Blickt man also auf
die konkreten Kontexte und Konsequenzen von Abschiebungen, zeigt sich
eine breite humanitäre Grundhaltung in der Bevölkerung“, so Ahrens.

Die ersten Ergebnisse zur Studie des SI stehen unter
www.ekd.de/flucht zum Download zur Verfügung. Die Publikation „…
und ihr habt mich aufgenommen“ kann kostenlos unter versand@ekd.de
bestellt werden. In digitaler Form steht sie unter
www.ekd.de/flucht_integration auf Deutsch, Englisch und in Kürze auch
auf Persisch und Arabisch zur Verfügung.

Hannover, 12. Mai 2017

Pressestelle der EKD

Kerstin Kipp / Katharina Ratschko

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

Original-Content von: EKD Evangelische Kirche in Deutschland, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 12. Mai 2017.

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Categories: Vermischtes

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