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Vom CEO zum Romanautor

Autor Thomas Pyczaks Leben könnte einem Hollywoodstreifen entsprungen sein. Er begann als Automechaniker, fuhr Taxi und jobbte als Packer, entschied sich dann, Philosophie und deutsche Literatur zu studieren. Danach arbeitete er als Journalist, stieg auf zum Chefredakteur und erreichte, wovon viele träumen: er leitete ein etabliertes Wirtschaftsunternehmen. Doch die Literatur, die hat ihn nie losgelassen. Im Herbst 2014 entschloss er sich, auszusteigen. Alles auf Anfang zu stellen. Ein ganz neues Leben zu beginnen und Romane zu schreiben. Jetzt feiert er mit „Starnberg. Marrakesch. Starnberg.“ sein Debüt. Der Roman erzählt die Geschichte der erfolgreichen Internet-Unternehmerin Mia, die an Burnout erkrankt und in ihre Heimat Starnberg zurückkehrt. Hier lernt sie Almaz kennen, eine junge Flüchtlingsfrau, deren Begegnung sie schließlich ins schillernde Marrakesch führt. „Starnberg. Marrakesch. Starnberg.“ ist eine dramatische und nachdenkliche Erzählung und setzt sich mit aktuellen Themen der Gesellschaft auseinander: der Flüchtlingskrise, dem Burnout, der Frage nach dem richtigen Leben.
Mit seinen Romanen möchte Pyczak den Leser nicht nur die Geschichte, sondern auch den Ort, das Land, seine Menschen fühlen lassen. Ihn mitnehmen auf eine Reise, die nachwirkt, obwohl das Buch längst beendet ist. Pyczak ist überzeugt: „Menschen brauchen Bücher, die sie so mitreißen, dass sie nicht mehr daraus auftauchen wollen.“ Und das spiegeln ihm auch seine Leser wider: Eine Leserin schreibt: „Man erlebt Marrakesch mit allen Sinnen. Buch weg, Marrakesch noch lange da.“ Und wer versucht, seinen Roman in seiner Vielschichtigkeit zu ergründen, mag daran scheitern: „Und immer wenn man glaubt, man hat eine Idee, wie die Geschichte enden könnte, tut sich eine Tür auf und man verschwindet wieder.“
Ob Pyczak seine Entscheidung, auszusteigen, bereut? „Nein, es war Zeit. Zeit, meiner Leidenschaft zu folgen. Auch wenn das bedeutete, alles aufzugeben. Und dieses Buch“, lächelt er und streicht fast zärtlich über das Cover, „ist eines der besten Dinge, das mir in meinem Leben gelungen ist.“
Starnberg. Marrakesch. Starnberg. – das neue Werk von Thomas Pyczak ist jetzt online als E-Book oder Taschenbuch auf Amazon erhältlich.

Interview mit Thomas Pyczak

Herr Pyczak, Sie sind quasi „ausgestiegen“, haben Ihren Posten als CEO aufgegeben, um Bücher zu schreiben. Hatten Sie keine Bedenken, dass es schiefgeht?“
Thomas Pyczak: „Wissen Sie, ich halte es da so wie der Philosoph Hegel. Es gibt diese nette fiktive Anekdote über Kant und Hegel: Beide stehen am Beckenrand eines Schwimmbeckens – sie sollen schwimmen lernen. Während Kant darüber räsoniert, was wir über das Wasser wissen und Physik wie Metaphysik umreißt, springt Hegel einfach rein. Die Philosophie ist ein Sprung, genau wie das Leben, finde ich.
Man muss Risiken im Leben eingehen. Es wäre doch schade, nicht die Dinge zu tun, die einem wirklich etwas bedeuten.“

Als CEO hatten Sie Macht und Einfluss, jetzt fangen Sie wieder ganz unten an.

Thomas Pyczak: „Das ist richtig. Ich war gern Unternehmenslenker. Ich war auch gern Chefredakteur. Und einfacher Redakteur. Und Student. Alles hat seine Zeit. Sich von Status und Macht und den damit verbundenen Annehmlichkeiten zu verabschieden, hat einen Moment gedauert. Klar nervt es manchmal, die Post selbst zu machen, Reisen, Restaurants oder Konferenzen zu buchen, die IT zu richten. Doch das ist ein kleiner Preis für die Freiheit. Jetzt kann ich jedem Menschen auf Augenhöhe begegnen – das fühlt sich viel besser an. Ich habe mehr Zeit für Andere, mehr Ruhe, mehr Gelassenheit. Das ist schön.“

Literatur statt Wirtschaft: Warum jetzt?

Thomas Pyczak: Romane schreiben wollte ich schon seit meiner Jugend. Doch mein Literaturstudium hat mich gleichzeitig ermutigt, aber auch verstört. All diese großartigen Autoren! Ich war noch nicht so weit, mich ihnen mit meinem eigenen, hohen Anspruch zu stellen. Jetzt bin ich so weit. Ich würde sagen, ich bin lebenserfahren genug für die Literatur. Jetzt kann ich alles einfließen lassen, was ich von der Welt gesehen und mit Menschen erlebt habe. Es ist ein bisschen wie die Schlagsahne auf dem Erdbeerkuchen, Schreiben macht mich vollständig.

Mit Ihrem Werdegang sind Sie nicht gerade der klassische Schriftsteller – welche Art von Schriftsteller wollen Sie sein?

Thomas Pyczak: Ich finde, Entspanntheit hat einen hohen Wert. Viele Leute sind so fixiert und fokussiert und angespannt. So will ich nicht sein. Ein Schriftstellerleben, wie ich es mir vorstelle, ist lässig. Zugleich fleißig und ambitioniert.

Können wir bald mehr von Ihnen lesen?

„Ein dritter Roman wird 2017 erscheinen. Es gibt wie in „Ende der Welt“ und „Starnberg. Marrakesch. Starnberg.“ eine weibliche Protagonistin und es geht um ein zutiefst menschliches Thema: Manipulation.“

Posted by on 31. August 2016.

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Categories: Bilder, Kunst & Kultur

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