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Till Brönner: Mehr Geld für die Kultur in Berlin

Trompeter hält Kultur für das höchste Gut der Hauptstadt – „Mein
Gesang ist nicht besonders gut“

Osnabrück. Trompeter Till Brönner fordert mehr Geld für die Kultur
in der deutschen Hauptstadt: „Kultur ist Berlins höchstes Gut,
deshalb sollte man dort das meiste Geld investieren,“ sagte der
46-Jährige in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Samstag).

Berlin sei aber auch „eine Stadt, die sich immer wieder und immer
mehr peinigende und schmerzhafte Fragen zum Thema Weltstadt stellen
lassen muss,“ sagte Brönner weiter. Er habe „unheimlich oft das
Gefühl, Berlin möchte gar nicht Weltstadt sein, kann aber nicht
verhindern, es zu sein. Die Menschen erwarten das, die Berliner
selbst haben aber eher die Haltung, lasst uns mal in Ruhe mit diesem
Hype.“ Die Stadt tue aber gut daran zu akzeptieren, dass man ihr
dieses Potenzial beimisst, glaubt Brönner. „Im Übrigen kann die
Wirtschaft nur in Gang kommen, wenn man sich zur Kultur in der Stadt
bekennt.“

Dass er neben Berlin ausgerechnet das über 9000 Kilometer
entfernte Los Angeles als zweiten Wohnsitz nutzt, hat für den
Trompeter mehrere Gründe: „Seit 2006 produziere ich dort meine
Platten.“ Irgendwann habe er gemerkt, dass die Menschen, die dort
leben, sehr inspirierend für ihn seien: „Man kann dort sehr gesund
leben, wird fast dazu gezwungen: die vielen Frauen und Männer, die
Yoga machen – das färbt schon ab; man kann sehr gut entspannen.
Trotzdem muss man arbeiten. Sonst merkst du sofort: Ich habe gar
keinen Grund, hier zu sein. L.A. ist keine Urlaubsstadt.“

Zum Arbeiten ist Brönner auch in Dresden, wo er seit 2009 eine
Professur an der Hochschule für Musik hat. Und obwohl er selbst als
Kandidatenmentor in „X-Factor“ zu sehen war, würde er seinen
Studenten heute von der Teilnahme an einer Castingshow eher abraten:
„Eine Castingshow beschert keinen langfristigen Erfolg. Die Menschen
wollen Fernsehen gucken und so bald wie möglich den nächsten
Wettbewerb sehen.“

Ein gewisses Verständnis äußerte Brönner für Jazzkritiker, die
sich an den Gesangspassagen auf seinen Platten reiben: „Meinen Gesang
finde ich nicht besonders signifikant oder besonders gut. Deshalb ist
das Verhältnis zwischen Gesang und instrumentaler Performance
ungefähr 20 zu 80 im Konzert. Ich bin da Realist. Auf der Trompete
habe ich einen hohen Anspruch an mich, während ich als Sänger eher so
einen sympathischen Paul-Kuhn-Ansatz verfolge.“ Allerdings: „Beides
zusammen geht gut,“ findet der Musiker.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabr?cker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 13. Mai 2017.

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Categories: Kunst & Kultur

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