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Menschenrechte auch für Drogengebraucher

21. Juli: Gedenktag für verstorbene
Drogengebraucher. Drogentote sind Drogenverbotstote. Internationaler
Protest gegen Kriminalisierung und Verfolgung

Gemeinsame Pressemitteilung von JES Bundesverband und JES NRW

Am 21. Juli 2017 wird, diesmal unter dem Motto „Auch
Drogengebraucher haben Menschenrechte“, der jährliche Internationale
Gedenktag für die verstorbenen DrogengebraucherInnen begangen. In
vielen Städten wird dann mittels mannigfaltiger Aktivitäten der
Verstorbenen gedacht. Der Gedenktag wirkt daneben aber auch von
seinem Beginn, Ende der 90er Jahre, an als drogenpolitisches
Statement. Er verweist auf die noch immer prekären und
menschenunwürdigen Lebensbedingungen der meisten
Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher in der Illegalität und
daher auf eine seit Jahrzehnten verfehlte Drogenpolitik.

In diesem Jahr verweist der 21. Juli auf die Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte von 1948 und deren Bedeutung insbesondere für die
DrogengebraucherInnen von heute. JES fordert: Alle Staaten sollen
sofort und unbedingt die Todesstrafe, die teils auch für Verstöße
gegen die örtlichen Drogenverbote verhängt wird, generell abschaffen!
Todesstrafe, Folter und ähnliche Formen extremer staatlicher Gewalt
sind für JES in keiner Weise zu tolerieren. Russland, Indien, Mexico
und Brasilien sind nur wenige Beispiele für die Vielzahl von Ländern,
in denen IVDU (also „Junkies“) heute drastischen Formen von
Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Das geht vom kalten
Zwangsentzug bis zu den von staatlicher Seite angezettelten oder
zumindest gut geheißenen Morden auf den Philippinen.

Dagegen erscheinen die Probleme der DrogengebraucherInnen
hierzulande erst einmal eher klein. Dennoch: Bundesweit 1333
Drogentote im Jahr 2016 bedeuten eine Steigerung um 9 % und einen
Anstieg dieser Zahl im vierten Jahr in Folge. „Sicher unterliegt so
eine Zahl den üblichen statistischen Schwankungen, aber eine gewisse
Tendenz zeichnet sich hier in den letzten Jahren unübersehbar ab. Die
fortgesetzte Kriminalisierung kranker Menschen kann also nicht die
Lösung sein“, wie Mathias Häde vom Landesverband JES NRW es
ausdrückt.

Für JES sind die sog. Drogentoten genau genommen
Drogenverbotstote, da ihr Tod meist den prekären Lebensumständen in
der Illegalität geschuldet ist, hier vor allem durch die Tatsache,
dass auf dem Schwarzmarkt stark schwankende Reinheitsgrade der
illegalisierten Substanzen gehandelt werden. „Legalisierung =
Regulierung und Kontrolle, so einfach könnte das sein. Doch leider
wird im illegalen Drogenhandel unglaublich viel Geld verdient – nicht
zuletzt von den Banken“, wie Claudia Schieren vom JES Bundesverband
erklärt.

„Eine Lösung bringt hier nur die Regulierung der Drogenhandels,
also eine Legalisierung mittels kontrolliertem Verkauf in
Drogenfachgeschäften mit qualifiziertem Personal. Die gesamte
Gesellschaft würde so entlastet und viele durch Kriminalisierung
zerstörte Lebensläufe würden vermieden. So wie bisher darf es
jedenfalls nicht weiter gehen“, lautet das Fazit von Stefan Ritschel
vom JES Bundesvorstand.

JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) ist ein bundesweites
Netzwerk von Gruppen, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen die
sich im JES Bundesverband für die Interessen und Bedürfnisse Drogen
gebrauchender Menschen engagieren. Organisiert nach den Prinzipien
der Freiwilligkeit und Solidarität, können sich bei JES alle Menschen
engagieren die Drogen konsumieren, konsumiert haben oder Substituiert
werden.

Pressekontakt:
JES NRW
Mathias Häde
Tel. 0176 39569496
mhaede@jesbielefeld.de

Original-Content von: JES Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 18. Juli 2017.

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Categories: Vermischtes

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