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ISDN-Abschaltung 2018: Worum geht““s hier eigentlich?

Noch Anfang 2014 ließ die Telekom verlauten, dass „noch nicht für alle Geschäftskunden Sonderlösungen gefunden wurden, um diese auf die neue IP-Umgebung umzustellen.“ Mit der geplanten IP-Umstellung erleben wir eine Revolution im Bereich der telefonischen Kommunikation hautnah – sowohl Geschäfts- wie auch Privatkunden. Während bereits ca. siebeneinhalb Millionen Anschlüsse privater Haushalte auf die neue Übertragungsart umgestellt worden sind (teilweise auch gezwungenermaßen), vollzieht sich die Umstellung im Geschäftskundenbereich noch vergleichsweise schwerfällig. Trotzdem müssen auch hier veraltete Telefonanlagen und Faxgeräte neuer Technologie weichen und die klassischen ISDN-Anschlüsse (Mehrgeräteanschluss / Anlagenanschluss) auf die neuen IP-Anschlüsse migriert werden.

Warum wird auf IP-Technologie umgestellt?

Umgestellte Kunden beziehen ihr Internet, ihre Telefonie (und im privaten Bereich auch ihr Fernsehen) bereits über einen einzigen Kanal – der Internetleitung. Für den Provider einfacher und mit weniger Aufwand zu betreiben, bewirbt die Telekom die neuen IP-Produkte mit mehr Benutzerfreundlichkeit (z.B. bei der Einrichtung von Rufumleitungen o.ä.), mehr Leistung und Kapazität für den Verbraucher. Letzen Endes werden aber vor allem die entfallende Wartung der größtenteils aus den 80er und 90er Jahren stammenden Hardware und der nicht weiter forcierte Ausbau des Analog- und ISDN-Netzes und die damit verbundenen Einsparungen die Entscheidungsfreudigkeit der Telekom befeuern.

Die Nachteile der IP-Umstellung

Je diversifizierter ein System, desto ausfallsicherer – für einen Kanal, über den die gesamte Unternehmenskommunikation gesteuert wird, mag genau das nicht gelten. Rollt der Bagger hier versehentlich über das Kabel, ist neben dem Internet in Zukunft auch die Telefonie lahmgelegt. Dieses Szenario beschäftigte auch den deutschen Cloud-IP-Anlagen-Anbieter NFON und hat zu einem redundanten System auf Mobilfunkbasis geführt, welches insbesondere mit dem o2 Digital Phone Einzug in viele moderne Unternehmen hält. Des Weiteren ist zu beachten, dass eine adäquate Umstellung von Notrufsystemen und Alarmanlagen aus versicherungstechnischen Gründen derzeit noch nicht möglich ist. Diese benötigen weiterhin einen klassischen Analoganschluss, um nicht in eine Grauzone abzudriften. Eine Ausnahme sind Aufzugnotrufe – diese können am IP-basierten Anschluss weitergenutzt werden, sofern sie heute bereits über eine Internet-Verbindung verfügen oder unabhängig vom Anschluss über Mobilfunk angebunden sind. Ein weiterer Nachteil: Neue IP-fähige Hardware und eine entsprechend ausgelegte Netzwerkinfrastruktur muss im Zweifelsfall auch angeschafft werden. Nicht nur deshalb ist es in jedem Falle ratsam, früh mit den Vorbereitungen für die Umstellung anzufangen. Oftmals bleibt nach einer überraschenden Zwangskündigung kaum Reaktionszeit, bis der Provider die ISDN-Leitung nach wenigen Wochen abschaltet. Durch eine sogenannte „weiche Migration“ können IT-Budgets schon heute geschont und projektiert für die Umstellung auf All-IP eingesetzt werden. Bei Fragen rund um Konzepte zu Aufzugnotrufen via Mobilfunk oder eine begleitete Migration auf die IP-Welt können Sie gerne jederzeit mit uns in Kontakt treten.

Die Vorteile der IP-Umstellung

Bislang bleiben die Bandbreiten für ISDN- und Analogtelefonie belegt, obwohl diese nicht immer genutzt werden. In Zukunft wird die Bandbreite nur noch bei tatsächlichen Gesprächen beansprucht und steht ansonsten für andere Internetanwendungen zur Verfügung. Ebenfalls wird die Integration von Smartphones in die alltägliche (Festnetz)-Kommunikation ermöglicht und alle anderen Endgeräte sind flexibler nutzbar. Die Sprachqualität via HD-Voice wird extrem verbessert – vorausgesetzt, beide Gesprächspartner verfügen über einen IP-Anschluss, der HD-Telefonie unterstützt und entsprechend ausgerüstete Geräte (diese müssen mit dem G.722-Codec arbeiten können). Durch den einheitlichen Netzanschluss für alle Dienste wird nur noch ein einziger Anschluss für Daten-, Sprach- und Multimediaservices benötigt. Diese sind nun ganz einfach skalierbar; im Zuge dessen sinken für den Anwender die Kosten bei gleichzeitiger Erhöhung des Leistungsumfangs. All-IP Anschlüsse bieten ihrem Wesen nach höchste Mobilität sind prinzipiell von jedem Standort mit Netzwerkzugang nutz- und einsetzbar. Weitere Vorteile sind die vereinfachte Administration und die Verwaltung von Telekommunikations- und Telefonanlagen, welche z.B. ganz bequem über ein Webinterface konfiguriert werden können. Dabei stehen sowohl Cloud- als auch standortbasierte VoIP-Telefonanlagen auf virtuellen Serverumgebungen zur Verfügung.

Die IP-Umstellung und der Datenschutz

Nachdem uns in Deutschland in der letzten Zeit vermehrt zahlreiche Skandale um mitgelesene Emails, abgehörte Handys und dokumentiertes Surfverhalten in Atem gehalten haben, erscheint die zwanghafte Zusammenlegung von Internet und Telefonie eher wie ein Treppenwitz. Doch genau mit diesem Szenario gilt es sich in Zukunft zu beschäftigen und vor allem zu lernen, damit zu arbeiten. Das Abhören eines einfachen, unverschlüsselten IP-Telefonats ist erschreckend einfach. Abhilfe schafft lediglich eine entsprechende Gesprächsverschlüsselung, die jedoch betreiberseitig generell nicht garantiert werden kann. Mit anderen Worten: Eine Standardverschlüsselung liegt trotz groß angekündigter Umstellungspläne bisher noch nicht vor. Auch hier ist das o2 Digital Phone zu erwähnen, welches neben der internen Gesprächsverschlüsselung ebenfalls eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Trotzdem ist im Allgemeinen dem Thema Datenschutz im Zuge der IP-Umstellung bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden – hier haben alle Provider erheblichen Nachholbedarf.

Posted by on 30. August 2016.

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Categories: Bilder, Telekommunikation

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