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HdWM kooperiert mit Türkisch-Deutscher Universität in Istanbul 5.000 Studierende auf Sicht

MANNHEIM/ISTANBUL. Die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim kooperiert mit der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) in Istanbul. Die Türk-Alman Üniversitesi, so die türkische Bezeichnung, ist eine gemeinsam von der Republik Türkei und der Bundesrepublik Deutschland errichtete staatliche Universität. Der Campus der TDU liegt im Stadtteil Beykoz auf der asiatischen Seite des Bosporus. Die TDU befindet sich derzeit noch im Aufbau, wird aber in naher Zukunft die größte deutsche Auslandsuniversität sein. Für die HdWM ist der renommierte Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, Prof. Dr. Uwe Hochmuth, im Kuratorium der Universität vertreten.

Die Idee zur Errichtung einer Türkisch-Deutschen Universität (http://www.tau.edu.tr) geht zurück auf das im Jahr 1957 abgeschlossene Kulturabkommen zwischen den Regierungen Deutschlands und der Türkei. Erste Pläne wurden in den 1990er Jahren unter der Kanzlerschaft Helmut Kohls entwickelt, konnten aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Im Dezember 2007 wagte man den Neustart, es wurde ein breit angelegtes Regierungsabkommen zwischen den beiden Ländern geschlossen. Am 30. Mai 2008 unterzeichneten der türkische Außenminister Ali Babacan, der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, das Gründungsabkommen. Im April 2013 konnten die ersten türkischen und deutschen Studierenden in Istanbul ihr Studium aufnehmen.

Türkei übernimmt Großteil der Kosten – Deutschland finanziert Dozenten, Lektoren, Stipendien etc.

Die TDU wird gemeinsam von beiden Staaten finanziert, wobei die Türkei etwa 2/3 der Kosten übernimmt. Sie stellt das zwölf Hektar große Grundstück bereit, errichtet und finanziert die Gebäude, erstellt die örtliche Infrastruktur und trägt die laufenden Kosten. Vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert werden die Dozenten und Lektoren, die Ausarbeitung der Curricula, der Aufbau eines Sprach-Lernzentrums, Zuschüsse zu Ortsgehältern, Stipendien sowie Fortbildungen. Die Kosten der deutschen Seite werden auf 12 Mio. Euro für die ersten vier Jahre beziffert, insgesamt kommt man auf annähernd 40 Mio. Euro.

Deutscher Akademische Austauschdienstes (DAAD) übernimmt akademische Ausgestaltung

Im Juni 2009 wurde ein Konsortium aus zunächst 22 deutschen Hochschulen gegründet, das unter Federführung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die akademische Ausgestaltung der TDU übernahm. Weiter wurde das Projekt mit dem auf türkischer Seite verantwortlichen Hochschulrat der Türkei abstimmt und die Einzelheiten der Gründung, des Betriebs, der Zulassung und der Finanzierung ausarbeitet. Heute sind im Konsortium 35 Hochschulen und der DAAD vertreten. Im Präsidium des Konsortiums sind sechs Universitäten vertreten, den Vorsitz hat für drei Jahre die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth inne. Neben den universitären Partnern sollen sich auch private Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen an der Planung beteiligen. Prof. Dr. Uwe Hochmuth, der an der unternehmensnahen HdWM den Bereich Forschung leitet, gehört dem Kuratorium seit 2016 an.

Die Bundespräsidenten Christian Wulff und Joachim Gauck unterstützen das Projekt von Beginn an

Die Grundsteinlegung der TDU erfolgte am 22. Oktober 2010 in Anwesenheit des damaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff und des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül. Begonnen wurde zunächst mit vorbereitenden Sprachkursen, Seminaren und Workshops zur Qualifizierung von Nachwuchspersonal. Der reguläre Lehrbetrieb begann zum Wintersemester 2013/14 in provisorischen Gebäuden im Stadtteil Beykoz auf asiatischer Seite, in Richtung Schwarzes Meer gelegen, wo auch die endgültigen Universitätsgebäude entstehen werden.

Prof. Hochmuth: „Dass wir als relativ kleine und junge Hochschule im Konsortium vertreten sind, ist eine Auszeichnung und belegt das internationale Standing, das sich die HdWM erworben hat. Was uns auch wichtig ist, dass wir unsere Philosophie bei der Entwicklung der Studiengänge maßgeblich mit einbringen konnten. Gerade die internationale und interkulturelle Ausrichtung der HdWM waren es, die bei der Ausgestaltung des Bereiches Kulturwissenschaften gefragt waren und unsere Kompetenz deutlich machte“.

Der Präsident der HdWM, Prof. Dr. Michael Nagy, sagt: „Als international ausgerichtete Hochschule haben wir großes Interesse am Progress solcher Entwicklungen. Gerade in den Wirtschaftswissenschaften sind Internationalität und interkulturelle Kompetenz von großer Relevanz. An der HdWM sind Studierende aus 28 Ländern und fünf Kontinenten eingeschrieben, das entspricht etwa einem Drittel der Studenten. Auch die Professoren kommen zu rund 40 Prozent aus dem Ausland, so aus Ländern wie USA, Türkei, England, Spanien, um nur diese zu nennen.“

Kontingent von jeweils 40 Studenten sowie fünf Studenten aus dem Ausland

Der Vollbetrieb mit bis zu 5.000 Studierenden wird voraussichtlich nach drei bis vier Jahren erreicht sein, ein späterer Ausbau auf bis zu 20.000 Studienplätze ist beabsichtigt. Zum Studienjahr 2013/2014 begrüßte die Universität ihre ersten Studenten in den Bereichen Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Mechatronik, mit einem Kontingent von jeweils 40 Studenten sowie fünf Studenten aus dem Ausland. Die feierliche Eröffnung der TDU fand am 28. April 2014 in Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck und des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül statt.

Die TDU ist eine staatliche Universität nach türkischem Recht. Rektor der Universität ist daher ein nach den nationalen Vorschriften bestimmter Türke, sein Stellvertreter wird ein Deutscher sein. Zum Gründungsrektor ernannte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül am 13. Oktober 2010 Professor Ziya Şanal, bis dahin Professor an der Fakultät Bauingenieurwesen der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Mittlerweile wurde er von Halil Akkanat abgelöst, welcher auch als Gründungsdekan der Juristischen Fakultät der TDU fungierte.

Schwerpunkte Ingenieur- und Naturwissenschaften

Begonnen wird zunächst mit fünf Fakultäten, Schwerpunkt werden die Ingenieur- und Naturwissenschaften (in Klammern angegeben jeweils die für Aufbau und Betrieb der Forschungsbereiche und Studiengänge federführende der sechs Universitäten im deutschen Hochschulkonsortium):
• Ingenieurwissenschaften (Technische Universität Berlin)
• Naturwissenschaften (Universität Potsdam)
• Rechtswissenschaften (Freie Universität Berlin)
• Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften (Universität zu Köln in Kooperation mit Universität Münster)
• Kultur- und Sozialwissenschaften (Universität Heidelberg)
Hinzu kommt ein Zentrum für Fremdsprachen (Universität Bielefeld). Zugangsvoraussetzung ist für Schüler aus der Türkei die im Land obligatorische zentrale Aufnahmeprüfung (Öğrenci Seçme Sınavı). Für die Absolventen deutscher Schulen soll das Reifezeugnis über die Allgemeine Hochschulreife genügen, die offizielle Anerkennung dazu ist bereits erteilt.

Studiengänge interkulturell ausgerichtet – Sprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch

Die. Unterrichtssprache wird – im Unterschied zu anderen deutschen Auslandsuniversitäten – ganz überwiegend Deutsch sein, in einigen Kursen auch Türkisch und Englisch. Daher werden die Studenten voraussichtlich überwiegend Absolventen solcher türkischer Oberschulen sein, die in Deutsch unterrichten (zum Beispiel das İstanbul Lisesi, die Deutsche Schule Istanbul und das Österreichische Sankt Georgs-Kolleg Istanbul) oder deutsche Lehrprogramme anbieten, sowie deutsche und türkischstämmige Absolventen von Gymnasien in Deutschland. Prinzipiell ist die Universität aber international offen.

Für die Studenten werden deutsche Sprachkurse angeboten, sowie die Möglichkeit, einige Semester in Deutschland zu absolvieren. Weitere Merkmale der Universität sollen der enge wissenschaftliche Austausch mit deutschen Universitäten und eine intensive Kooperation mit türkischen und deutschen Unternehmen sein. Die Absolventen sollen einen in beiden Ländern anerkannten gemeinsamen Abschluss der TDU oder einen Doppelabschluss bekommen können: Vorgesehen sind Bachelor, Master und Promotion (Ph.D.), wobei sich diese Abschlüsse sowie die Lehrpläne und deren Qualitätssicherung am Bologna-Prozess orientieren.

Eröffnung des Masterstudiengangs „Interkulturelles Management“

Mit der Eröffnung des Masterstudiengangs „Interkulturelles Management“ an der TDU in Istanbul eröffnet sich den Studierenden eine besondere Chance des Auslandsstudiums mit zusätzlichen Qualifikationen im deutsch-türkischen Kontext und des Erwerbs eines Doppelmasters. Die Türkisch-Deutsche Universität gilt als „Leuchtturmprojekt“ der Bundesregierung, die akademische Zusammenarbeit und den interkulturellen Dialog zwischen beiden Ländern zu fördern.

Internationaler Bund unterstützt HdWM-Projekte im internationalen Kontext

Die unternehmensnahe Hochschule der Wirtschaft für Management ist in privater Trägerschaft, Hauptgesellschafter der Internationale Bund (IB), dessen Vorstandsvorsitzender Thiemo Fojkar ist. Geschäftsführer der HdWM ist Wolfgang Dittmann. Der Hochschulmanager ist auch Chef der gemeinnützigen Gesellschaft für interdisziplinäre Studien mbH (GIS) des IB. Dittmann: „Wir unterstützen die Kooperationen mit internationalen Universitäten ausdrücklich. Der damit verbundene Wissenstransfer im deutsch-türkischen Austausch ist für die HDWM und für unsere Partnerunternehmen von großer Bedeutung. So kann der hohe Standard der Hochschule sowohl im Bereich Wissenschaft und Forschung wie auch in den von gelebter Internationalität geprägten Kulturwissenschaften zielgerichtet fortentwickelt werden“.

Posted by on 20. Juni 2017.

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Categories: Bilder, Bildung & Beruf

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